Die Idee hinter Bitcoin
Bitcoin entstand in der Finanzkrise 2008. Im Oktober dieses Jahres veröffentlichte eine Person oder Gruppe unter dem Pseudonym Satoshi Nakamoto ein neun Seiten langes Dokument, das Bitcoin Whitepaper. Das zentrale Problem, das es lösen wollte, war simpel formuliert. Wir vertrauen beim digitalen Bezahlen immer Dritten, und dieses Vertrauen kann enttäuscht werden.
Satoshi wollte ein System schaffen, das ohne dieses Vertrauen auskommt. Eines, das durch Mathematik und Kryptographie gesichert ist statt durch Institutionen. Das Ergebnis war Bitcoin, ein dezentrales, erlaubnisfreies Geldsystem, das am 3. Januar 2009 mit dem ersten Block seinen Betrieb aufnahm.
Wie Bitcoin funktioniert
Bitcoin löst ein Problem, das Informatiker jahrzehntelang beschäftigt hatte, nämlich das Double-Spend-Problem. Digitale Daten lassen sich kopieren, eine digitale Datei hat keinen natürlichen Besitzer. Wie verhindert man, dass jemand denselben Bitcoin zweimal ausgibt, ohne eine zentrale Instanz zu fragen?
Die Antwort ist die Blockchain, ein öffentliches Kassenbuch, das alle Bitcoin-Transaktionen aller Zeiten enthält. Es liegt nicht auf einem einzelnen Server, sondern auf Zehntausenden unabhängigen Computern weltweit gleichzeitig. Jeder kann es einsehen, niemand kann es allein verändern.
Transaktionen werden in Blöcken zusammengefasst. Spezielle Computer, sogenannte Miner, konkurrieren darum, den nächsten Block zur Kette hinzuzufügen. Sie lösen dazu eine rechenintensive Aufgabe. Wer die Lösung findet, erhält eine Belohnung in Bitcoin und verankert den Block dauerhaft in der Kette. Dieser Prozess heisst Proof of Work und kostet echte Rechenarbeit, was Manipulation extrem teuer macht.
Eine neue Transaktion wird innerhalb von rund 10 Minuten bestätigt. Nach sechs Blöcken gilt sie als praktisch unwiderruflich. Es gibt keine Stornierung, keinen Rückbuchungsantrag, keine Behörde, die eingreift. Was einmal in der Blockchain steht, bleibt.
21 Millionen und warum Knappheit wichtig ist
Im Bitcoin-Code ist eine absolute Obergrenze festgelegt. Es wird nie mehr als 21 Millionen Bitcoin geben. Diese Regel ist unveränderlich, solange kein globaler Konsens aller Netzwerkteilnehmer für eine Änderung besteht, was in der Praxis fast unmöglich ist.
Neue Bitcoin entstehen ausschliesslich durch Mining, und auch diese Rate nimmt ab. Alle vier Jahre halbiert sich die Blockbelohnung für Miner, das sogenannte Halving. Seit dem letzten Halving im April 2024 werden pro Block noch 3.125 Bitcoin neu ausgegeben. Bis 2140 werden alle 21 Millionen gemint sein. Danach entstehen keine neuen Bitcoin mehr.
Knappheit durch Mathematik: Bitcoin ist das erste Gut in der Geschichte, dessen Angebot nicht durch menschliche Entscheidung ausgeweitet werden kann. Weder eine Regierung noch ein Unternehmen noch der Erfinder kann das ändern.
Was Bitcoin einzigartig macht
Bitcoin hat eine Reihe von Eigenschaften, die es von jeder anderen Form von Geld unterscheiden.
Jeder Mensch mit Internetzugang kann Bitcoin senden und empfangen. Keine Bankkonto-Anforderung, kein KYC, keine Erlaubnis.
Mit einer eigenen Wallet hältst du deine Bitcoin direkt. Kein Unternehmen kann sie einfrieren oder beschlagnahmen.
Alle Transaktionen sind auf der Blockchain öffentlich einsehbar. Der Code ist Open Source und von jedem prüfbar.
Keine Instanz kann eine Bitcoin-Transaktion aufhalten, sobald sie im Netzwerk ist. Auch nicht Staaten oder Regulatoren.
Über das Lightning Network laufen Zahlungen in Sekunden für Bruchteile eines Cents, direkt zwischen Personen.
Ein Bitcoin lässt sich in 100 Millionen Satoshis aufteilen. Du musst keinen ganzen Bitcoin kaufen.
Häufige Fragen
Muss ich einen ganzen Bitcoin kaufen?
Nein. Bitcoin ist bis auf 100 Millionen Einheiten teilbar. Die kleinste Einheit heisst Satoshi (1 BTC = 100'000'000 Satoshis). Du kannst bereits ab wenigen Franken Bitcoin kaufen und besitzt dann einen Bruchteil eines Bitcoin.
Wer kontrolliert Bitcoin?
Niemand und alle gleichzeitig. Das Netzwerk wird von Zehntausenden unabhängigen Nodes weltweit betrieben. Jede Regeländerung braucht den Konsens der Mehrheit aller Teilnehmer. Keine Regierung, kein Unternehmen und kein Entwickler kann Bitcoin einseitig verändern.
Ist Bitcoin in der Schweiz, Deutschland und Österreich legal?
Ja. In allen drei Ländern ist der Kauf, Besitz und Verkauf von Bitcoin legal. Die regulatorischen Rahmenbedingungen variieren je nach Land.
Kann Bitcoin gehackt werden?
Die Bitcoin-Blockchain selbst wurde noch nie erfolgreich gehackt. Jede Transaktion ist kryptographisch gesichert und von Tausenden Nodes verifiziert. Was gehackt werden kann, sind Börsen, Wallets oder persönliche Geräte, nicht das Protokoll selbst.
Was ist der Unterschied zwischen Bitcoin und Bitcoin Cash?
Bitcoin Cash (BCH) ist eine Abspaltung (Fork) von Bitcoin aus dem Jahr 2017, die sich in Regeln und Community unterscheidet. Es ist ein separates Netzwerk mit anderem Coin. Bitcoin (BTC) ist das Original mit dem grössten Netzwerkeffekt und der höchsten Sicherheit.
Quellen
- Satoshi Nakamoto, «Bitcoin: A Peer-to-Peer Electronic Cash System» (2008)
- Satoshi Nakamoto Institute, Gesammelte Schriften und E-Mails
- Bitcoin Core, Open-Source Repository (GitHub)
- Jameson Lopp, Bitcoin Information & Resources
- Andreas M. Antonopoulos, «Mastering Bitcoin» (O'Reilly, 3. Auflage)