Was ist OKX?
OKX wurde 2017 gegründet und war ursprünglich unter dem Namen OKEx bekannt. Das Unternehmen ist auf den Seychellen registriert und betreibt regionale Niederlassungen, unter anderem in Dubai. OKX gehört gemessen am Handelsvolumen konstant zu den fünf grössten Kryptobörsen weltweit.
Die Plattform bietet neben dem Spot-Handel auch Futures, Optionen und DeFi-Produkte. Für Bitcoin-Käufer ist vor allem der Spot-Markt und die Möglichkeit der Lightning-Auszahlung relevant. OKX hat sich ausserdem durch die regelmässige Veröffentlichung von Proof-of-Reserves-Berichten einen Vertrauensvorsprung gegenüber vielen Konkurrenten erarbeitet.
Custodial Verwahrung: OKX verwahrt die Bitcoin der Nutzer. Die Private Keys liegen bei der Börse. Wer seine Bitcoin selbst kontrollieren möchte, muss sie nach dem Kauf auf eine eigene Wallet übertragen. OKX bietet zusätzlich eine non-custodial Web3-Wallet als separate Funktion an.
Funktionsweise
OKX bietet mehrere Wege, Bitcoin zu kaufen und zu handeln:
Spot-Handel
Der klassische Handel über ein Orderbuch mit Market-, Limit- und weiteren Ordertypen. Die Liquidität in den wichtigsten Bitcoin-Paaren (BTC/USDT, BTC/EUR) ist hoch. Für preisbewusste Käufer ist der Spot-Markt die günstigste Option auf der Plattform.
Einfacher Kauf (Convert)
Wie die meisten grossen Börsen bietet OKX eine vereinfachte Kaufoberfläche, bei der Nutzer direkt einen Betrag eingeben und zum aktuellen Kurs konvertieren können. Die Gebühren sind dabei im Kurs eingepreist.
Einzahlung und Auszahlung
Einzahlungen sind per SEPA-Überweisung und Kreditkarte möglich. Bitcoin-Auszahlungen unterstützen das reguläre Bitcoin-Netzwerk sowie das Lightning Network. Lightning-Withdrawals ermöglichen schnelle, günstige Transfers auf die eigene Wallet – ein Vorteil gegenüber Börsen, die Lightning nicht unterstützen.
Proof of Reserves
OKX veröffentlicht regelmässig Proof-of-Reserves-Berichte, die zeigen, dass die Kundeneinlagen vollständig gedeckt sind. Nutzer können ihre eigenen Bestände kryptographisch gegen den publizierten Merkle-Tree verifizieren. Diese Transparenz ist nach dem Zusammenbruch von FTX zu einem wichtigen Kriterium bei der Börsenwahl geworden.
Gebühren
Die Gebühren bei OKX sind wettbewerbsfähig:
- Spot-Handel (Maker): 0.08 % pro Trade.
- Spot-Handel (Taker): 0.10 % pro Trade.
- SEPA-Einzahlung: In der Regel kostenlos oder mit minimaler Gebühr.
- Kartenzahlung: Höhere Gebühren als bei Banküberweisung, abhängig vom Anbieter.
- Bitcoin-Auszahlung (On-Chain): Variable Netzwerkgebühr.
- Bitcoin-Auszahlung (Lightning): Minimal, wenige Satoshis.
Die Maker-Gebühr von 0.08 % liegt sogar unter der von Binance (0.1 %). Für Nutzer, die mit Limit-Orders arbeiten, gehört OKX damit zu den günstigsten Optionen am Markt.
Regulierung & KYC
OKX ist auf den Seychellen registriert und betreibt eine regulierte Einheit in Dubai unter der VARA-Lizenz (Virtual Assets Regulatory Authority). Im Gegensatz zu Binance hat OKX bisher keine grösseren regulatorischen Konflikte in westlichen Märkten gehabt.
Die Plattform verlangt eine vollständige KYC-Verifizierung für den Handel. Erforderlich sind ein gültiger Ausweis und ein Selfie. Ohne Verifizierung ist der Zugang zu Handels- und Auszahlungsfunktionen stark eingeschränkt.
Für europäische Nutzer ist zu beachten, dass OKX keine EU-spezifische Banklizenz besitzt. Die VARA-Lizenz aus Dubai ist eine der fortschrittlicheren Krypto-Regulierungen, bietet aber nicht denselben Rechtsschutz wie eine europäische Lizenz.
Stärken
- Niedrige Gebühren: Mit 0.08 % Maker und 0.10 % Taker gehört OKX zu den günstigsten Börsen. Für Limit-Order-Nutzer sind die Kosten besonders attraktiv.
- Lightning-Support: Bitcoin-Auszahlungen über Lightning ermöglichen schnelle und günstige Transfers auf die eigene Wallet.
- Proof of Reserves: Regelmässige, kryptographisch verifizierbare Nachweise der Kundeneinlagen. Das schafft Transparenz in einer Branche, die nach FTX Vertrauensprobleme hat.
- Hohe Liquidität: Als eine der grössten Börsen weltweit bietet OKX enge Spreads bei Bitcoin-Handelspaaren.
- Web3-Wallet: OKX bietet eine integrierte non-custodial Wallet als zusätzliche Option – ein Schritt in Richtung Selbstverwahrung direkt aus der App heraus.
Schwächen
- Sitz auf den Seychellen: Trotz der VARA-Lizenz in Dubai bietet der Firmensitz auf den Seychellen weniger Rechtsschutz als eine europäische oder Schweizer Regulierung.
- Custodial: Wie bei allen zentralen Börsen liegen die Bitcoin standardmässig bei OKX. Die Verantwortung für den Transfer auf die eigene Wallet liegt beim Nutzer.
- Komplexe Plattform: Futures, Optionen, DeFi-Produkte – die Plattform ist für reine Bitcoin-Käufer überladen. Einsteiger können sich leicht in der Vielzahl der Funktionen verlieren.
- Kein reiner Bitcoin-Fokus: OKX listet Hunderte von Altcoins und bewirbt aktiv spekulative Produkte. Für Bitcoin-Sparer ist das eher störend.
- Kein Sparplan: Im Gegensatz zu Binance oder Relai fehlt eine einfache Auto-Invest-Funktion für automatisiertes DCA.
Für wen geeignet?
OKX eignet sich für kostenbewusste Trader, die niedrige Gebühren und hohe Liquidität schätzen. Wer regelmässig grössere Mengen Bitcoin kauft und mit Limit-Orders arbeitet, profitiert von den tiefen Maker-Gebühren.
Ebenfalls interessant für Nutzer, denen Transparenz wichtig ist. Die Proof-of-Reserves-Berichte bieten ein Vertrauensniveau, das viele Konkurrenten nicht erreichen. In Kombination mit Lightning-Auszahlungen ist OKX eine solide Wahl für Nutzer, die ihre Bitcoin zeitnah nach dem Kauf auf die eigene Wallet transferieren.
Weniger geeignet ist OKX für Einsteiger, die eine einfache, Bitcoin-fokussierte Lösung suchen. Die Plattform ist komplex und bietet viele Funktionen, die für reine Bitcoin-Sparer irrelevant sind. Wer eine europäische Regulierung bevorzugt, findet bei anderen Anbietern stärkere rechtliche Absicherung.
Quellen
- OKX – Website
- OKX – Proof of Reserves
- VARA – Dubai Virtual Assets Regulatory Authority
Nächste Schritte
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