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Review Coinbase

Coinbase ist eine der bekanntesten Kryptowährungs-Plattformen weltweit. Das US-Unternehmen ist seit 2021 an der NASDAQ börsennotiert und bietet sowohl einen einfachen Broker-Modus als auch eine fortgeschrittene Exchange. Dieser Artikel fasst Funktionsweise, Gebühren, Stärken und Schwächen sachlich zusammen.

Was ist Coinbase?

Coinbase Global Inc. ist ein US-amerikanisches Kryptowährungsunternehmen mit Sitz in San Francisco. Gegründet 2012 von Brian Armstrong und Fred Ehrsam, ging das Unternehmen im April 2021 per Direct Listing an die NASDAQ (Ticker: COIN). Coinbase ist damit eine der wenigen börsennotierten Krypto-Plattformen und unterliegt den Offenlegungspflichten einer Aktiengesellschaft.

In Deutschland verfügt Coinbase über eine BaFin-Lizenz für das Kryptoverwahrgeschäft. Die Plattform ist in der gesamten DACH-Region verfügbar und bietet eine deutschsprachige Oberfläche. Die Verwahrung ist custodial: Coinbase kontrolliert die Private Keys der auf der Plattform gehaltenen Kryptowährungen.

Coinbase Vault: Coinbase bietet eine «Vault»-Funktion mit zeitverzögerten Abhebungen und Multi-Signatur-Bestätigungen als zusätzliche Sicherheitsebene. Das ist ein nützliches Feature, ersetzt aber nicht die echte Selbstverwahrung mit einer eigenen Wallet. Wer seine Bitcoin wirklich kontrollieren will, sollte sie auf eine eigene Hardware Wallet übertragen.

Funktionsweise

Coinbase bietet zwei verschiedene Handelsmodi, die sich an unterschiedliche Zielgruppen richten:

Coinbase Simple (Broker-Modus)

Die Standard-Oberfläche von Coinbase funktioniert als einfacher Broker. Nutzer geben einen Betrag ein, sehen den aktuellen Preis inklusive Gebühren und kaufen mit einem Klick. Es gibt kein sichtbares Orderbuch und keine Limit-Orders. Der Modus ist auf maximale Einfachheit ausgelegt und richtet sich an Einsteiger. Die Gebühren sind in diesem Modus allerdings deutlich höher.

Coinbase Advanced (Exchange)

Für erfahrenere Nutzer bietet Coinbase den Advanced-Modus (ehemals Coinbase Pro). Hier steht ein vollständiges Orderbuch mit Limit-, Market- und Stop-Orders zur Verfügung. Die Gebühren sind erheblich niedriger als im Simple-Modus. Der Wechsel zwischen beiden Modi ist innerhalb des gleichen Kontos möglich.

Wiederkehrende Käufe

Coinbase bietet eine Sparplan-Funktion für wiederkehrende Käufe. Nutzer können tägliche, wöchentliche oder monatliche Käufe einrichten. Allerdings werden wiederkehrende Käufe im Simple-Modus ausgeführt, was die höheren Gebühren bedeutet.

Gebühren

Die Gebührenstruktur bei Coinbase unterscheidet sich erheblich je nach Modus:

  • Simple (Broker): Ca. 1.5 % pro Transaktion, inklusive Spread. Bei kleineren Beträgen können Mindestgebühren anfallen, die den effektiven Prozentsatz erhöhen.
  • Advanced (Exchange): 0.05 – 0.60 % im Maker/Taker-Modell, volumenabhängig. Deutlich günstiger als der Simple-Modus.
  • Einzahlung: SEPA-Überweisungen sind kostenlos. Kreditkartenkäufe kosten ca. 3.99 %.
  • Bitcoin-Withdrawal: Netzwerkgebühr wird berechnet.

Der Unterschied zwischen Simple und Advanced ist erheblich. Wer auch nur gelegentlich grössere Beträge kauft, sollte den Advanced-Modus nutzen. Die Bedienung erfordert etwas Einarbeitung, spart aber bei jeder Transaktion spürbar Gebühren.

Regulierung & KYC

Als börsennotiertes Unternehmen unterliegt Coinbase strengen Regulierungs- und Offenlegungspflichten:

  • NASDAQ-gelistet: Börsennotierung seit April 2021. Quartalsberichte und Prüfungen durch die SEC bieten ein gewisses Mass an Transparenz.
  • BaFin-Lizenz: Coinbase Germany GmbH verfügt über eine Erlaubnis für das Kryptoverwahrgeschäft in Deutschland.
  • KYC erforderlich: Vollständige Identitätsprüfung ist Pflicht. Anonymer Handel ist nicht möglich.
  • Versicherung: Coinbase versichert einen Teil der online gehaltenen Kryptowährungen gegen Diebstahl durch Sicherheitsverletzungen.
  • Cold Storage: Laut Coinbase werden 98 % der Kundengelder offline in Cold Storage gehalten.

Stärken

  • Einfacher Einstieg: Der Simple-Modus macht den ersten Bitcoin-Kauf unkompliziert. Die Oberfläche ist klar gestaltet und auch ohne Vorkenntnisse bedienbar.
  • Regulatorische Transparenz: Als NASDAQ-gelistetes Unternehmen mit BaFin-Lizenz bietet Coinbase ein hohes Mass an regulatorischer Sicherheit für DACH-Nutzer.
  • Advanced-Modus: Wer niedrige Gebühren sucht, kann auf Coinbase Advanced wechseln, ohne ein neues Konto zu eröffnen.
  • DACH-Verfügbarkeit: Deutschsprachige Oberfläche, SEPA-Einzahlungen, BaFin-Lizenz – Coinbase ist auf den europäischen Markt ausgerichtet.
  • Breites Ökosystem: Neben dem Handel bietet Coinbase eine eigene Wallet-App (non-custodial), eine Debitkarte und Staking-Dienste.

Schwächen

  • Hohe Gebühren im Simple-Modus: ~1.5 % ist deutlich teurer als andere Optionen. Viele Einsteiger nutzen unwissentlich den teuren Modus, obwohl Advanced verfügbar wäre.
  • Custodial: Bitcoin auf Coinbase liegen unter der Kontrolle des Unternehmens. Trotz Vault-Funktion kontrolliert der Nutzer nicht die Private Keys.
  • Breites Altcoin-Angebot: Coinbase listet Hunderte von Token, darunter viele spekulative Projekte. Für Bitcoin-fokussierte Nutzer ist das eine unnötige Ablenkung und steht im Widerspruch zu einem konservativen Anlageansatz.
  • US-zentriert: Trotz BaFin-Lizenz ist Coinbase ein US-Unternehmen. Änderungen in der US-Regulierung können Auswirkungen auf europäische Nutzer haben.
  • Support-Qualität: In der Vergangenheit gab es wiederholt Beschwerden über langsame oder unzureichende Kundensupport-Reaktionen, insbesondere bei Kontosperrungen.

Für wen geeignet?

Coinbase eignet sich für unterschiedliche Nutzerprofile:

Einsteiger, die eine bekannte, regulierte Plattform suchen und Wert auf eine einfache Oberfläche legen. Der Simple-Modus ermöglicht den schnellen Einstieg, auch wenn die Gebühren höher sind. Wer nach den ersten Käufen auf den Advanced-Modus wechselt, kann Kosten sparen.

Nutzer, die regulatorische Sicherheit priorisieren. Die Kombination aus NASDAQ-Listing und BaFin-Lizenz bietet ein Sicherheitsniveau, das wenige andere Plattformen erreichen.

Weniger geeignet ist Coinbase für Nutzer, die Wert auf Privatsphäre, non-custodial Verwahrung oder die niedrigsten Gebühren legen. Wer Bitcoin selbst verwahren möchte, sollte gekaufte Coins umgehend auf eine eigene Wallet übertragen. Wer ausschliesslich Bitcoin kaufen will, findet bei spezialisierten Anbietern wie Relai oder Pocket Bitcoin eine fokussiertere Lösung.

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Quellen

Nächste Schritte

Diese Guides helfen bei den nächsten Schritten nach dem Kauf auf Coinbase:

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